Methode/Technik

Unser Ausbildungssystem basiert auf den folgenden vier Säulen:

 

Indianer Methode

Das Pferd hat in Nordamerika die Nomadenkultur auf den großen Ebenen überhaupt erst entstehen lassen. Der indianische Name für Pferd lautet "großer Hund". Es ist überliefert, dass die Indianer meist nur mit einem Zügel ritten. Diese Vorgehensweise wenden wir grundsätzlich bei jungen Pferden oft aber auch zur Korrektur an. Gefühl, Timing und Balance werden für Pferd und Reiter auf diese Art ganz natürlich.

Westernreiten

Das Westernreiten hat sich heute zu einer Reitsportart entwickelt, die immer mehr Anerkennung und Interesse findet. Wir trainieren Westernpferde nach den Grundregeln der kalifornischen Vaquero's wie sie von Jean Claude Dysli, Ray Hunt oder Les Vogt auch heute noch gelehrt werden. Somit erhalten die Pferde eine breitgefächerte Basis, um sich auch den Erfordernissen des modernen Westernreitsports anzupassen.

Klassische Reitkunst

Geprägt durch die Kalifornische Reitweise, die Wendigkeit, Leichtigkeit und Reaktionsbereitschaft vereint, verbinden wir diese mit den Prinzipien der alten Meister französischer Schule wie F. Baucher und R. de la Gueriniere.

Durch die Verbindung dieser zwei Grundprinzipien der Reitkunst entsteht ein Synergie-Effekt. Die Fortschritte verbessern sich in beide Richtungen, weil sich die Reitweisen ergänzen.

Bei entsprechendem Talent ist es möglich, beide Prinzipien in einem Pferd zu vereinen und dies durch die verschiedenen Lektionen zum Ausdruck zu bringen wie zum Beisiel in Piaffe und Slidingstop oder Galopppirouette und Spin.

Doma Vaquera

Die Dressur der spanischen Rinderhirten erlebt seit den siebziger Jahren besonders in Andalusien einen enormen Aufschwung. Es werden in ganz Spanien immer mehr Turniere in dieser Disziplin ausgetragen. In keinem anderen Reitstil wird die Versammlung des Pferdes so klar zum Ausdruck gebracht. Seitengänge, Stops, Wendungen, Pirouetten und Rückwärtsrichten werden sehr dynamisch im Schritt und im Galopp geritten. Das fortgeschrittene Pferd geht einhändig auf Kandare. Während der Ausbildung werden die Pferde oft in der traditionellen andalusischen Doppelzäumung bestehend aus Kandare und Serreta geritten.

Wir richten uns nach dem Grundsatz, die Erwartungen, welche wir an das Pferd stellen, sollen zu seiner eigenen Idee werden. Somit wird Versammlung zu einem individuellen Prozess. Das Pferd entscheidet selbst über Grad und Art der Versammlung. Denn seine Ausbildung findet durch reitstilübergreifende Übungen in individueller Selbsthaltung statt.

Diese Grundeinstellung bauen wir durch folgende Schritte auf:

  • Arbeit am freien Pferd bis es freiwillig folgt.
  • Übungen am Strickhalfter bis das Pferd sich am Kopf in alle Richtungen lenken läßt.
  • Sind Respekt und Vertrauen gefestigt, bereiten wir das Pferd mit Hilfe der Gerte auf die spätere Einwirkung des Schenkels vor.
  • Zu zweit gewöhnen wir das Pferd an das Reitergewicht vom Boden oder einem geschulten Führpferd aus.
  • Auch die Übungen des Weichens und Folgens lassen sich vom Pferd aus oft besser lehren, denn Pferde lernen von Pferden leichter als vom Menschen.
  • Jetzt kann das Pferd mit Strickhalfter und Führseil vom Reiter in alle Richtungen gelenkt werden. Es lernt dabei, zwischen Vor, - Mittel- und Hinterhandkontrolle zu unterscheiden.
  • Danach kann ein sensibles Pferd auf leichteste Hilfen mit Bosal weiter ausgebildet werden. Hierbei gehen wir nach der kalifornischen Methode vor. Wir gymnastisieren das Pferd über Aufrichtung und Biegung und lassen es zur Entspannung in Dehnungshaltung vorwärts abwärts, so wie es auch im modernen Sport erwünscht ist.
  • Auf Trense bilden wir zuerst das Maul des Pferdes aus. Dabei positionieren wir den Kopf des Pferdes so, dass sich sein Genick nach oben bewegt. In der Aufrichtung lockert sich der Unterkiefer, die Zunge wird beweglich und kann über das Gebiss mit der Reiterhand kommunizieren.
  • In der Bewegung kombinieren wir Zügel und Gewichtshilfen, wobei wir in Bewegungsrichtung sitzen. Wird das Pferd unruhig oder wehrt sich gegen die Hand, halten wir an. Nun wiederholen wir die Lockerungsübungen für Maul, Kopf und Hals wieder im Stehen.
  • So lernt das Pferd, von selbst die Entsannung im Halten zu suchen. Denn, sobald es irgendwie unruhig wird, halten wir an und klären auftretende Probleme im Stehen.
  • So wird das ruhige Stehen zur fundamentalen Grundübung, auf welcher alles andere aufbaut.
  • Mit fortschreitender Ausbildung lässt sich das Pferd im Stehen immer besser positionieren, um aus dem Stand z.B. anzugaloppieren oder in den Spin zu gehen. Kurz gesagt, das Pferd lernt, sich aus dem Stand in alle Richtungen zu bewegen.
  • Können wir auf diese Basis des Positionierens im Stehen zurückgreifen, dann üben wir Richtungs- und Tempowechsel, Geraderichten, Seitengänge und Übergänge.

Alle Übungen und Lektionen lassen sich nach diesem Prinzip des schrittweisen Vorgehens logisch, reitstilübergreifend und pferdeverständlich aufbauen.